Innovation entwickeln

Job(s) to get done: Was sind eigentlich „Kundenbedürfnisse“?

By 16. Mai 2014 No Comments

Inspiriert durch Clay Christensens „Milkshake Beispiel“ scheint es essentiell, darüber nachzudenken, welches Kundenbedürfnis bzw. Aufgaben  (= „Job“) mit dem geplanten innovativen Angebot befriedigt werden soll. Bestehende Kundenbedürfnisse können z.B. identifiziert werden, indem Kunden und Nutzer befragt oder in ihrem Alltag beobachtet und die daraus gewonnenen Erkenntnisse als Grundlage für die Entwicklung neuer Angebote dienen. Das scheint bei einem bestehenden Geschäft ein sinnvolles Vorgehen zu sein, um Neues zu entwickeln.

Das kann aber auch knifflig werden, wenn es darum geht, Kundenbedürfnisse zu verstehen.  Ein kleines Beispiel ist in folgendem Video zu sehen. Besteht in dieser Situation ein Kundenbedürfnis, das Sie mit einem Angebot befriedigen können? Was ist der „Job“ dieses  Autofahrers? Der Fahrer scheint großen Spaß zu haben, sein Auto in die schmale Garage zu zirkeln. Eine größere Garage wäre sicherlich nicht das passende Angebot! Auch wenn es für den externen Betrachter auf der Hand liegt:

Aber gehen Startups nicht anders vor? Ist es Startups zu Beginn nicht oftmals egal, ob es einen passenden „Job“ zu ihrem Angebot gibt? Wählen sie ihr Angebot nicht meistens nach Lust und Laune? Sie entwickeln Dinge, die die selbst brauchen und authentisch verkaufen können. Erst später kümmern sie sich um den eigentlichen „Job“ auf Kundenseite. Ein solches Matching zu finden ist natürlich nicht ganz einfach, kann sich aber lohnen! Es kann gut gehen, wenn man Kunden findet, deren „Job“ dadurch später befriedigt wird. Oder wenn man Kunden findet, die aufgrund des Angebots ein neues Bedürfnis entwickeln, also auch einen neuen „Job“. Dieser Prozess kann allerdings einige Zeit in Anspruch nehmen.

Können davon nicht auch Unternehmen mit bestehendem Geschäft lernen? Ist es möglich ein solches Vorgehen auch in größeren Unternehmen zu etablieren oder hat es sich in diesem Umfeld zurecht bewährt, sich von den bestehenden Kundenbedürfnissen leiten zu lassen? Für Unternehmen, die neue Geschäftsfelder erschließen möchten, glauben wir, dass beide Perspektiven nicht außer Acht gelassen werden dürfen. Es kann inspirierend für die Entwicklung von Innovationen sein, bestehende Kundenbedürfnisse zu beleuchten. Allein dieser Schritt stellt für viele Unternehmen schon etwas Neues dar und bietet somit viele Gelegenheiten, seine Kunden und Nutzer besser kennenzulernen.

Nichtsdestotrotz muss nicht immer auf Seiten der Kunden und Nutzer ein beschreibbares Bedürfnis vorhanden sein, das durch das geplante Angebot befriedigt wird. Dieses Bedürfnis kann sich erst entwickeln, speziell durch ein authentisch verkörpertes, neues Produkt (oder Service), dass Kunden Lust auf „mehr“ macht!

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