Innovation trainieren

Gamification für Business Design

By 16. Mai 2014 No Comments

Die Einbindung spielerischer Elemente in Managementtrainings ist ein mittlerweile beliebtes Mittel, um nicht nur Wissen und Erfahrungen zu vermitteln, sondern das Verhalten von Menschen positiv zu beeinflussen. Wir sind ebenfalls ein leidenschaftlicher Verfechter von „Gamification“ in unseren Trainings in Unternehmen und Hochschulen, um Teams zu Höchstleistungen zu bringen und für den einzelnen Teilnehmer eine einzigartige Lernerfahrung  zu erzeugen. Wir haben dazu eine ganze Reihe spielerischer Elemente als Baukasten entwickelt, die wir für „Business Design“ Trainings einsetzen und auf die Bedürfnisse unserer Kunden individuell anpassen.

Ein „Business Design“ Spiel besteht grundsätzlich aus folgenden Komponenten:

  1. Mission: Zentral in unserem „Business Design“ Spiel ist eine klare Mission, die alle Teilnehmer erfüllen sollen. Dies kann zum einen heißen, dass fünf Freunde den Plan gefasst haben, eine Geschäftsidee zu entwickeln und ein Unternehmen zu gründen. Natürlich mit unterschiedlichen, persönlichen Erwartungen, damit es im Team richtig spannend wird. Zum anderen kann eine Mission vom Moderator bereits sehr fokussiert vorgegeben sein, so dass ein Team z.B. ein bereits entwickeltes Geschäftsmodell mit bestimmten Zielvorgaben „nur“ noch umsetzen soll.
  2. Rollen: Zur Erfüllung der Mission arbeiten die Teilnehmer immer in Teams und nehmen dabei eine ganz spezifische Rolle ein. Diese Rollen beziehen sich meist auf fachliche Verantwortungsbereiche wie z.B. Strategie, Marketing, Vertrieb, Produktion, F&E und Finanzen. Teilnehmer bekommen vorab eine Vorstellung, für welche Aspekte sie in der Teamarbeit verantwortlich sind und Hilfestellungen, sich mit der Rolle für das Spiel zu identifizieren. Darüber hinaus hat jedes Team einen Projektleiter als zentraler Ansprechpartner für den Moderator des Spiels.
  3. Prozess / Regeln: Zur Erfüllung der Mission orientieren sich die einzelnen Teilnehmer an unserem „Business Design“ Prozess. Sie können also nach klaren Spielregeln und in dedizierten „break out sessions“ Geschäftsmodelle entwickeln, Hypothesen und Experimente ableiten, ihr initiales Marktangebot formulieren und mit Hilfe eines Aktionsplans umsetzen. Sämtliche Schritte im Prozess werden den Teilnehmern vom Moderator ausführlich vorgestellt,  anhand von Beispielen erläutert und in einem Handbuch zum Nachblättern beschrieben. Unser „Gameboard“ visualisiert den Prozess ebenfalls.
  4. Tools: Zur Unterstützung der Teamarbeit erhalten die Teilnehmer u.a. unsere bewährten Postervorlagen, um visuell unterstützt die gegebenen Aufgaben im Prozess schnell zu erledigen. Alle verwendeten Tools sollten dabei gewisse Eigenschaften erfüllen, um die Teamarbeit optimal zu unterstützen.  Auch eine ausführliche Vorstellung der Tools mit zahlreichen Beispielen ist dringend notwendig. Gerade bei Teilnehmern, die nicht in einem MBA-Programm aufgewärmt wurden. Die Vorlagen, wie wir sie in unseren „Business Design“ Spielen einsetzen, finden sie hier im Download-Bereich des Blogs.
  5. Bewertung: Ein zentrales Element eines jeden Spiels ist, für Leistung belohnt zu werden und sich im Wettbewerb mit anderen zu behaupten. Es hat sich sehr bewährt, mittels „wisdom of the crowd“, dass sich die Teilnehmer in regelmäßigen Abständen selbst bewerten. Wir haben hierfür ein Bewertungsverfahren auf Basis von Poker-Chips entwickelt, das einen Spannungsbogen aufbaut, Leistungen „fair“ bewertet und eine weitere spielerische Komponente durch die Haptik einer eigenen Währung ins Spiel bringt. Eine für alle sichtbare Rangliste zeigt stets, wie die Teams zueinander stehen. Ein besonderer Kick ist an dieser Stelle, wenn Teilnehmer auf Basis der Qualität ihrer bisher abgegebenen Bewertungen für weitere Bewertungen stärker gewichtet werden, in dem sie z.B. zukünftig ein größeres Stimmrecht bekommen.
  6. Wettbewerb: Auf Basis der Bewertungen werden Teams in einem ständigen Wettbewerb zueinander gesetzt. Eine visuell sets präsente Rangliste verdeutlicht, wie viele Chips jedes Team bisher gewonnen hat. Es ist erstaunlich zu sehen, welchen Ehrgeiz Teilnehmer entwickeln, in der Rangliste mit ihrem Team möglichst nach vorne zu kommen und Höchstleistungen vollbringen. Ein wichtiger Grund, warum wir „Gamification“ in derartigen Trainings so lieben. Wichtig ist allerdings, dass das Bewertungssystem aus Sicht der Teilnehmer auch tatsächlich die Leistung der Teams „objektiv“ bewerten und vergleichen kann.
  7. Zwischenfälle: Unser „Business Design“ Spiel wäre kein Spiel, gäbe es nicht Zwischenfälle („critical incidents“), die ziemlich unerwartet über die Teams hereinbrechen und sie aus ihrer Komfortzone holen. Diese Zwischenfälle können sich auf ganz unterschiedliche Aspekte im Prozess  beziehen. Etwa neue Wettbewerber mit geringeren Preisen, die Teams dazu bringen, über ihre eigene Preispolitik radikal neu nachzudenken. Auch Investoren mit bestimmten Vorstellungen über einen ausgewogenen Produkt-Service-Mix oder „Fachkonferenzen“ für Marketing, Vertrieb, Finanzen usw.,  bei denen sich Teilnehmer in den jeweiligen Fachrollen gegenseitig Feedback geben und sich mit unserer Währung belohnen, erzeugen gute Laune und manche Schweißperle auf die Stirn der Teilnehmer.

Um das Spiel auf ganz konkrete Trainingsbedürfnisse anzupassen, entwickeln wir gerne maßgeschneiderte „Missionen“ und „Zwischenfälle“. Dadurch kann man zentrale Lernziele charmant in spielerischen Übungen verpacken, als in langen Vorträgen nur darüber zu sprechen. Virtuelle Trainingsphasen (z.B. bei der Umsetzung der „Mission“) im Sinne von „blended learning“ unterstützen wir durch unsere  „Business Design“ Software Rapid Modeler (www.rapidmodeler.de), was uns viel Zeit und vor allem Reisekosten spart.

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