Innovation umsetzen

Ideen bewerten: Wie oder besser warum?

By 16. Mai 2014 No Comments

Wenn es darum geht, Ideen für die Umsetzung auszuwählen, wird oftmals zu Methoden gegriffen, die den Erfolg einer Idee prophezeien. Ob durch Berechnung des Marktvolumens, potentielle Renditen oder andere monetäre Abschätzungen, es wird darauf abgezielt, möglichst im Vorfeld zu erfahren, ob die Idee Erfolg verspricht. Aber liegt es tatsächlich in erster Linie an der Idee, ob ein Innovationsprojekt erfolgreich ist oder nicht? Wir haben begründete Zweifel.

Für uns steht die Qualität einer Idee nicht an erster Stelle. Wir haben gelernt, dass ein schlechtes Team mit der besten Idee scheitern, aber auch ein eingespieltes Team die vermeintlich schlechte Idee in ein tragfähiges Unternehmen verwandeln kann. Man kann einfach nicht im Vorfeld sagen, ob die Idee gut oder schlecht ist. Da können die besten Geschäftsmodelle auf einmal hinfällig sein, wenn der Kunde keine rationale Entscheidung trifft und sich nicht, wie zuvor berechnet, auf das Angebot stürzt. Unglücklicherweise treffen Kunden oftmals keine rationalen Entscheidungen. Jimmy Kimmel hat das auf die Probe gestellt:

Wir zahlen fünf Euro für einen Kaffee bei Starbucks. In einer Welt vor Starbucks hätte man vermutlich nicht damit gerechnet, dass jemand so viel Geld für Kaffee ausgibt. Wie in dem Video gezeigt, kommt es nicht nur auf das Angebot an sich an, sondern meistens auf weiche Faktoren (Marke, Botschaft, Kundenbeziehung, etc.), die schwer beschreibbar sind. Genau diese weichen Faktoren beeinflussen aber die Kaufentscheidung von Kunden maßgeblich. Hier helfen auch moderne Ansätze im Innovationsmanagement wie „Design Thinking“ nur so begrenzt weiter.

Da wir abhängig vom Kunden sind, ist die einzige Lösung herauszufinden, ob eine Idee erfolgreich ist: Umsetzen und lernen! Dazu gehört meistens auch, dass die initiale Idee, selten die ist, die schließlich zum Erfolg führt. Es ist wahrscheinlicher, dass man seine Idee im Laufe des Innovationsprozesses immer wieder adaptiert. Viele Unternehmen haben das bereits hinter sich. Z.B. war Groupon früher eine Plattform, die politische Proteste organisiert hat, Flickr war als Multi-Player Plattform aktiv, Twitter würde immer noch Audio Podcasting Dienste zur Verfügung stellen und Youtube wäre noch eine Video-Dating Community, hätten sie nicht ihre Idee angepasst.

In der Literatur wird eine solche Anpassung der Idee als Pivot bezeichnet und beschreibt eine Richtungsänderung ohne seine Vision zu verändern. Eine Richtungsänderung ist also nicht die Ausnahme, sondern ein ganz normaler Prozess. Schwer ist es meist aber zu glauben, dass es noch nicht der finale Weg ist, den man eingeschlagen hat. Was bedeutet das für uns? Wir verschwenden keine Zeit mit der Bewertung von initialen Ideen, wir konzentrieren uns sofort auf eine „schlanke“ Umsetzung! Nur so können wir lernen und unsere Idee Schritt für Schritt verbessern.